Regelsteuersatzsenkung von 19 % auf 16 %

Senkung des ermäßigten Steuersatzes von 7 % auf 5 %

 

oberster Grundsatz:

Allein der Zeitpunkt, in dem die Leistung erbracht wird, entscheidet über den richtigen Umsatzsteuersatz.

Absolut irrelevant für den Steuersatz ist der Vertragsabschluss, die Rechnungsstellung, die Zahlung und ob Soll- oder Istbesteuerung gilt.

Bei Fragen zur korrekten Rechnungsstellung rufen Sie uns bitte an.

Beachten Sie bitte auch die Hinweise auf unserer homepage.

 

Im folgenden finden Sie eine kurze Zusammenfassung der wichtigsten Regelungen:

Lieferungen sind ausgeführt mit Verschaffung der Verfügungsmacht (bei bewegten Lieferungen bei Beginn der Beförderung, bei Grundstücken mit Übergang von Besitz, Gefahr, Nutzungen und Lasten)

Sonstige Leistungen sind mit Beendigung ausgeführt

Werklieferungen und Montagelieferungen mit Abnahme durch den Auftraggeber

Werkleistungen sind im Zeitpunkt ihrer Vollendung/Fertigstellung ausgeführt, es sei denn es liegen abgrenzbare Teilleistungen vor.

Teilleistungen liegen nur vor, wenn es sich um eine wirtschaftlich sinnvoll abgrenzbare Leistung handelt und die Teilleistung gesondert abgenommen und abgerechnet wird.

Dauerleistungen (Mietverträge, Wartungsverträge, Leasingverträge) sind mit Beendigung der Leistung ausgeführt. Es handelt sich um selbstständige Teilleistungen, die abgegrenzt werden müssen. Zwingend erforderlich ist die Korrektur des Mietvertrages oder die Änderung der Mietrechnung.

Jahreskarten stellen Vorauszahlungen für eine einheitliche Leistung dar, deren Leistung aber erst am Ende der Laufzeit als ausgeführt gilt. Die gesetzliche zutreffende Umsatzsteuer entsteht insoweit nach den gesetzlichen Vorschriften, die am Ende des Leistungszeitraums vorliegen.

Ob eine Berichtigung vorzunehmen ist, da der Umsatzsteuersatz des Vereinnahmungszeitpunktes verwendet wurde oder ob eine Nichtbeanstandungsregelung eingeführt wird bis zum Ende des Jahres bleibt abzuwarten.

Bei Bauleistungen liegen in der Praxis regelmäßig nicht die Voraussetzungen von Teilleistungen vor, da es meist an der notwendigen vertraglichen Vereinbarung und der Abnahme von solchen Teilleistungen fehlt.

Jahresboni sind zeitanteilig aufzuteilen

 

Unklarheiten bestehen derzeit noch bei Einzweck-Gutscheinen, für die in der Vergangenheit bereits Umsatzsteuer abgeführt wurde. Unklar ist, ob die Bemessungsgrundlage geändert werden muss.

Gutscheine, die nach dem 30.03.2020 ausgegeben werden sind definitiv Mehrzweck-Gutscheine, da die Einlösung auch nach dem 31.12.2020 erfolgen kann.

 

Bei Anzahlungen entsteht die Umsatzsteuer mit Vereinnahmung. Die Höhe des Steuersatzes auf die Schlussrechnung hängt vom Zeitpunkt der Ausführung der Leistung ab. Eine zu hohe oder zu niedrige Umsatzsteuer auf die Anzahlung wird mit der Schlussrechnung berichtigt.

 

Bei auftretenden Fragen sind wir gerne für Sie da.

 

Mit freundlichen Grüßen

 

I.Auer

Bruchsal, 01.07.2020