Fahrtenbuch: Bei widersprüchlichen Angaben nicht ordnungsgemäß.

Der Begriff des ordnungsgemäßen Fahrtenbuchs ist im Gesetz nicht de­finiert. Aus der Rechtsprechung ergibt sich u.a., dass die Eintragungen voll­ständig und zeitnah vorzunehmen sind. Sofern das Fahrtenbuch inhaltliche Unre­gelmäßigkeiten aufweist, kann die Ord­nungsmäßigkeit angezweifelt werden.

Im zugrunde liegenden Fall differierten die Ortsangaben zwischen Tankrech­nungen und Fahrtenbuch an mehreren Tagen. Demgegenüber entsprachen die Fahrtenbucheintragungen weitestgehend den Eintragungen in den Ter­minkalendern.

Stimmen zwar die Ortsangaben im Fahrtenbuch mit denen im Terminka­lender, nicht aber mit denen in Tank­quittungen überein, spricht dies gegen eine zeitnahe Erfassung der einzelnen Fahrten. Die Übereinstimmungen, so das Finanzgericht München, belegen, dass die Fahrtenbucheintragungen regelmäßig nachträglich anhand der Vermerke in den Terminkalendern vor­genommen wurden. Da etwaige Terminänderungen in den Terminkalendern nicht mehr korrigiert wurden, ergaben sich die Abweichungen.

Durch ein derartiges Vorgehen wird die Beweiskraft in Bezug auf das Erfordernis der zeitnahen Erstellung und Authenti­zität in erheblichem Maße in Zweifel ge­zogen und lässt auch die Unrichtigkeit der übrigen Eintragungen befürchten. Solche mangelhaften Fahrtenbücher können der Besteuerung nicht zugrunde gelegt werden. Dies hat zur Folge, dass die Privatnutzung selbst dann nach der pauschalen Ein-Prozent-Regel zu ermit­teln ist, wenn bedingt durch die regi­onale Lage zumeist Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte zurückge­legt werden,