Auch der Umzug in die Nähe des Arbeitsgebers kann privat veranlasst sein

Umzugskosten können Werbungskosten darstellen, sofern sie beruflich ver­anlasst sind. Nach der Rechtsprechung des Bundesfinanzhofs ist ein Umzug beruflich veranlasst, wenn der Umzug aus Anlass eines Arbeitsplatzwechsels erfolgt oder sich der erforderliche Zeitaufwand für den Weg zwischen Wohnung und Arbeitsstätte um mindestens eine Stunde täglich verkürzt.

Auf die Umzugsmotive des Arbeitneh­mers, z.B. der Umzug in eine größere Mietwohnung, ist dann nicht mehr ab­zustellen, wenn die berufliche Veran­lassung des Umzugs nach objektiven Kriterien eindeutig feststeht.

Ausgehend von diesen Grundsätzen hält das Finanzgericht München einen Umzug wegen einer gescheiterten Ehe auch dann nicht für beruflich veranlasst, wenn sich dadurch die Entfernung zum Arbeitsplatz deutlich verkürzt, im Ur­teilsfall von 30 auf drei Kilometer. Sol­che Umzugskosten bleiben aufgrund der privaten Veranlassung unberück­sichtigt. Denn der Wohnungswechsel hängt in einem solchen Fall ursächlich mit der Trennung zusammen.

Da der Umzug nicht aus beruflichen Gründen erfolgte, spielte es keine Rolle, dass sich der Wohnungswechsel auch beruflich durch die Fahrzeitverkürzung positiv ausgewirkt hat. Dies ist ledig­lich eine nicht zu beachtende Neben­folge der privat veranlassten Verände­rungen.