Damoklesschwert der Liebhaberei bei künstlerischer Tätigkeit im Nebenberuf

Eine nebenberufliche künstlerische Tätigkeit ist als steuerlich unbeacht­liche Liebhaberei anzusehen, wenn der Künstler über Jahre hinweg Verluste er­zielt, nur an wenigen Ausstellungen teil­nimmt und sich auch ansonsten nicht aktiv um Absatzmöglichkeiten bemüht. Fehlt die Gewinnerzielungsabsicht, zeigt sich das Finanzamt als Spielver­derber und erkennt die Verluste nicht an.

In seinem Urteil geht das Finanzgericht München auf die Besonderheiten bei der Prüfung der Gewinnerzielungsab­sicht bei freiberuflichen Künstlern ein, sobald die typische Anlaufzeit (i.d.R. nicht unter fünf Jahren} mit Verlusten abgelaufen ist.

Prüfungskriterien bei der Liebhaberei

Insbesondere die folgenden Kriterien sind in die Prüfung der Liebhaberei einzubeziehen:

  • Art der künstlerischen Berufsaus­bildung und des erreichten Ausbil­dungsabschlusses
  • künstlerische Tätigkeit als alleinige Existenzgrundlage des Freiberuflers und seiner Familie
  • berufstypische professionelle Ver­marktung (z.B. regelmäßigeTeilnahme an Aussteilungen)
  • besondere betriebliche Einrichtungen wie z.B. ein Atelier
  • Erwähnung in der Fachliteratur
  • Erzielung gelegentlicher Überschüss
  • Schaffung von Werken, die bei ent­sprechender Marktnachfrage ver­kauft werden können

Praxishinweis: Gegen eine Gewinnerzielungsabsicht bei nebenberuflichenTätigkeiten spricht, wenn ein anderer Beruf die Existenz­grundlage bildet und dieser überhaupt erst das Kompensieren der Verluste aus der künstlerischen Betätigung er­möglicht. In diesen Fällen liegt es nahe, dass sich ein Freiberufler aus persön­lichen Motiven und nicht in Gewinner­zielungsabsicht künstlerisch betätigt.

FG München vom 9.10.2009, Az. 7 K 1731/07, unter www.iww.de. Abruf-Nr. 094066